Russischer „Insel des Sozialismus“ droht Untergang

Russischer „Insel des Sozialismus“ droht Untergang

Павел Грудинин: «Ко мне в совхоз приехал Люцифер» | КПРФ МоскваUnweit von Moskau hat der Agraringenieur Pawel Grudinin eine ehemals sowjetische Sowchose in den Kapitalismus gerettet und zu einem sozialen Musterbetrieb gemacht. Kreml-nahe Spekulanten streben nun eine feindliche Übernahme des wertvollen Grundes an – mit finanziellen und politischen Motiven.

Vor der Konterrevolution gab es im Moskauer Umland noch 15 landwirtschaftliche Sowchosen, d.h. staatliche Großbetriebe mit Landarbeitern mit fixen Löhnen, ungeachtet der tatsächlichen Ernteerträge. Im Gegensatz zu den Kolchosen handelte es sich dabei aber eben nicht um genossenschaftliche Kollektivbetriebe. Eine dieser Sowchosen, die auf den Namen „W. I. Lenin“ hört und südöstlich von Moskau liegt, wurde durch deren Vorsitzenden, Pawel Grudinin, zu Beginn der 1990er Jahre formell in eine Aktiengesellschaft verwandet, in der er selbst die Mehrheit hält. Der Name wurde beibehalten, auch wenn es sich nun um keine Sowchose mehr handelt. So weit ist das Ganze nicht ungewöhnlich, denn auf den ersten Blick sieht es nach einer privatkapitalistischen Aneignung eines ehemals volkseigenen Landwirtschaftsbetriebes aus. Das ist es ja auch, doch das Bemerkenswerte ist, dass in der Lenin-Sowchose die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht maximal ausgebeutet werden, sondern eine soziale Realutopie innerhalb des Kapitalismus versucht wird, die in Russland als „Insel des Sozialismus“ bekannt ist.  >>> Lesen Sie hier weiter