Krise und Teuerung drangsalieren auch 2026 die Arbeiterklasse

Am Neujahrstag trübe Aussichten. Unter grauem Himmel pfeift der Wind, es herrscht Tristesse. Dazu passen die Zahlen, die das Statistische Bundesamt noch am Neujahrstag veröffentlicht hat. Mehr als 3,7 Millionen Rentnerinnen und Rentner waren 2024 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. So viele wie nie zuvor. Das waren mehr als ein Fünftel jener Menschen, die Altersbezüge erhalten. Der Lebensabend wird für immer mehr Ruheständler immer karger. Dieser gesellschaftliche Skandal wird allerdings nicht breit verhandelt. Im öffentlichen Diskurs dominieren die Attacken, die das Kapital gegen die Arbeit reitet. Tenor: Der adipöse Sozialstaat muss auf Diät gesetzt werden. So beginnt das Jahr 2026.
Während 1,35 Milliarden Euro in Bremerhavens Militärhafen gesteckt werden, verteuert sich im Land Bremen das Busfahren, das Baden, die Müllabfuhr, Strom und Gas, das Trinkwasser nebst Abwasser, die Krankenversicherung und Friedhöfe. Der BDA drängt auf Einschränkung der Lohnfortzahlung und die Lebensmittelpreise werden eh dauernd erhöht.
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sollte im letzten Jahr ausgebaut werden, doch von Bremens Regierungskoalition sind nur überschaubare Fortschritte vorzuweisen. Stattdessen verteuern sich aufgrund einer verfehlten russophoben Energiepolitik, die auch von Bremens Regierungskoalition getragen wird, die Fahrpreise der BSAG und im VBN. Das Einzelticket kostet jetzt 3,40 Euro und auch Zeitkarten, das Fahrradticket sowie das Nachtticket werden erhöht. Ebenfalls das TIM-Ticket für Azubis, Schüler und Studenten, es wird auf 31,50 Euro erhöht. Das Deutschland-Ticket erhöht sich von 58 auf 63 Euro.
Strom / Gas: Hier jubiliert die swb, nebst Hofschranzen und Hofberichterstatter der Bourgeoisie von Radio Bremen, buten un binnen bis Weser Kurier, sie alle verkünden die frohe Kunde: Es wird wohl eine Preissenkung drin sein. Erdgas wird im Basistarif um 1 Cent billiger, der monatliche Grundpreis wird dagegen erhöht. Ersparnis im Monat: 16 Euro. Der Strompreis ist um 0,84 Cent gesenkt, der Grundpreis aber erhöht. Ersparnis im Monat: 1,10 Euro. Gemessen an den Preiserhöhungen der Jahre vor den US-diktierten Russland-Sanktionen, fallen die Ersparnisse für die Werktätigen mehr als jämmerlich aus und werden sofort wieder durch die anderen Teuerungen einkassiert.
Das Trinkwasser und damit auch die Abwassergebühr wurden um ca. 10 Prozent erhöht. Damit erhöht sich der Wasserpreis z.B. bei einem 125 Liter-Verbrauch pro Person um 34 Euro im Jahr.
Die Nutzung der Schwimmbäder verteuert sich um 30 Cent pro Ticket – im Horner Bad sogar um 80 Cent. Auch hier liegt die Begründung in einer verfehlten antirussischen Energiepolitik. Die Tickets kosten jetzt 5,80 Euro und im Horner Bad 6,80 Euro, auch die Verlängerungskosten steigen um 10 Cent auf 2,20 pro angefangene Stunde.
Bei der Müllabfuhr wurde die Grundgebühr um 6,00 Euro auf 59,50 Euro erhöht und die Leerung einer 60-Liter-Restmülltonne steigt von 7,38 auf 8,17 Euro, was eine Verteuerung von 20 Prozent im Schnitt ausmacht.
Die Krankenversicherung wird immer teurer, weil im Schlaraffenland für die Krankenhaus- und Pharmaindustrie dem Wucher kaum Grenzen gesetzt sind. Daher kommt auf den gesetzlich festgesetzten Beitragssatz von 14,6 Prozent vom Bruttolohn noch ein Zusatzbeitrag von 2,6 bis 3,3 Prozent vom Bruttolohn obendrauf. Diese Zwangsabgabe ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich und dient quasi als Lockmittel für einen Kassenwechsel.
Friedhöfe: Auch mit dem Tod wird erneut ordentlich Kohle gemacht. Die Gebühren für Friedhofnutzung steigen um 5 Prozent. Eine Urnengrabstelle soll nun 998 Euro kosten, für vier Urnen in dem Grab biste mit 1149 Euro dabei und eine Sarg-Grabstätte steigt von 1473 auf 1502 Euro. Auch die Verlängerung der Nutzungsrechte der Grabstätte wurde erhöht.
Hintergrund
Diese sich seit Jahrzehnten fortsetzende Krise des Kapitalismus, mit seinen ständigen Preiserhöhungen belastet unsere Bevölkerung. Wir sind nicht vor den Krisen des Kapitalismus, vor Arbeitslosigkeit, vor den unsozialen Folgen dieser heutigen Kriegswirtschaft mit Einkommensverlusten und sozialem Abbau geschützt. Für viele Menschen in Bremen reicht es nicht mehr zum Nötigsten. Sie können z.B. wegen Lohnausfällen bei Insolvenzen und durch Kurzarbeit Miete und Strom, Gesundheit, Bildung, Mobilität und Kultur nicht mehr bezahlen. Tausende Menschen in Bremen haben ihre Wohnung verloren und sind bei Familie, Freunden und Bekannten untergekommen, über 500 Menschen sind in unserer Stadt obdachlos.
Die Profite und Dividenden der Konzerne steigen im Gegensatz zu den Gehältern und Löhnen der Arbeiterklasse astronomisch und die marktbeherrschenden Lebensmittelunternehmen diktieren Monopolpreise. Die expandierende militärische Aufrüstung bringt in der Gegenwart dem Großkapital riesige Gewinnchargen und uns in der Zukunft Tod, Leid und den Verlust unserer Heimat.
Wir Kommunistinnen und Kommunisten sagen:
Gegen das Abwälzen der Krisenlasten auf die Werktätigen – Die Reichen sollen zahlen!
Löhne rauf – Mieten runter.
Statt wahnsinniger Aufrüstung eine Daseinsvorsorge ohne Profitmacherei!
