Die aktuelle Hitzewelle in Europa ist kein reines Naturphänomen

Zehn Bemerkungen der Partei der Arbeit (PdA) zur gegenwärtigen Hitzewelle

Die aktuelle Hitzewelle in Europa ist kein reines Naturphänomen, sondern das Resultat tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Widersprüche.

 

Mythos Eigenverantwortung und Betroffenheit

 Die Debatte über den Klimawandel wird oft verzerrt dargestellt:

  • Falscher Fokus auf Konsum: Es wird gefordert, dass Einzelpersonen verzichten, sparsamer leben oder ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern.
  • Falsche Annahme von Gleichheit: Es entsteht der Eindruck, die globale Erwärmung sei ein unvermeidliches Schicksal, das alle Menschen gleichermaßen trifft.

Der Klimawandel trifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Die Behauptung, „wir sitzen alle im selben Boot“, verschleiert die Realität. Während Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter auf Baustellen, in Fabriken, auf Feldern oder in überhitzten Büros und Wohnungen unter den Folgen der Hitze leiden, ziehen sich die Reichen in klimatisierte Villen, Bürotürme und Ferienresidenzen zurück.

 

Massive Ernteausfälle in Europa

 Die konkreten wirtschaftlichen Schäden dieser Prioritätensetzung sind bereits messbar, aktuelle Analysen prognostizieren für den Sommer 2026 dramatische Folgen:

  • Ernteverlust: Die europäische Getreideernte schrumpft voraussichtlich um neun Millionen Tonnen.
  • Betroffene Sorten: Anhaltende Dürre und extreme Temperaturen schaden vor allem der Entwicklung von Weizen und Mais.
  • Hauptbetroffene Regionen: Besonders stark leiden Deutschland, Frankreich, Spanien und Ungarn.
  • Konkret: Enorme Ernteverluste, eine negative Entwicklung bei Weizen (- 50 Prozent) und der Bestäubung von Mais und Soja (- 70 Prozent). Das ist mehr wie die Ernten in Österreich, Irland und den Niederlanden zusammen. Konkrete Zahlen verdeutlichen den furchtbaren Zustand: Ernteverluste in Frankreich von 4,1 Millionen t, in Ungarn von 2,4 Millionen t und in Spanien und Deutschland von 1,4 Millionen Tonnen. Auch die gezüchteten Pflanzen, die an trockene Bedingungen angepasst wurden, machen bei längeren höheren Temperaturen schlapp.

Im Süden Deutschlands traten bei den hohen Temperaturen Bodenrisse auf, weil ab Mitte Mai kein größerer Niederschlag mehr kam. Die Folge: Weizen ist in den Körnern stark verkümmert, auch Raps ist stark beeinträchtigt. Besonders schlimm sieht es bei Grünland aus, die Wiesen sind steppenbraun. Auch Silomais, der jetzt die Blüte rausschieben sollte, verkümmert auf dem Halm und Kartoffeln sind größtenteils nur Kleinsortierung. Dazu kommen Flächenbrände in Süddeutschland wo Mähdrescher und Ballenpressen abgebrannt sind. Futterknappheit wird für die Tiere vorausgesagt. Das Wasser in den Seen und Flüssen wird immer knapper. Rhein und Bodensee beispielsweise, sind auf einem Wassertiefstand wie nie zuvor.

 

  • Die Landwirte beurteilen die Lage als Katastrophe, die die Ernährungssicherheit untergräbt. Diese Verluste sind allerdings nur der Vorbote der künftigen Auswirkungen die uns bevorstehen, wenn wir den Kapitalismus so weitermachen lassen, denn der Kapitalismus steuert nicht mehr auf einen ökologischen Zusammenbruch hin, er und damit auch wir, sind mittendrin!

 

  • Parallel zu den Ernteausfällen verschärft sich die Lage im Süden Europas, wo mehrere Länder weiterhin gegen schwere Waldbrände kämpfen. In Spanien wurden bisher 32.000 ha (1 ha entspricht 10.000 Quadratmeter) verwüstet, dutzende Ortschaften mussten evakuiert werden, in Bourdeau 10.000 Menschen und in Italien breiten sind Brände auf Sardinien und Sizilien aus, die Temperaturen steigen bis auf 46°C. Dem politischen EU-System sind diese verwüstenden Bränden in Spanien anscheinend gleichgültig, denn sie verweigern aufgrund der Sanktionen gegen Russland, die Beschaffung von Ersatzteilen für die vorhandenen 30 russischen Löschhubschrauber, die viel effektiver eingesetzt werden könnten, als die herkömmlichen spanischen Feuerwehr-Hubschrauber.

 

  • In der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft der Zukunft ist Schluss damit. Das Wohlergehen der Menschen wird im Mittelpunkt stehen. Die Arbeit ist befreit und die Daseinsvorsorge und eine schonende Landwirtschaft gehen vor. Die Menschheit verfügt längst über das Wissen, die technischen Möglichkeiten und die gesellschaftlichen Ressourcen, um ein gutes Leben für alle Menschen zu gewährleisten und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Was dem im Weg steht, ist nicht ein Mangel an Möglichkeiten, sondern die Herrschaft des Kapitals.

 

Deshalb organsiert euch in der kommunistischen Partei

 

(siehe auch den Artikel “Bemerkungen zur gegenwärtigen Hitzewelle (1)” auf unserer Website an.