Der Farbbeutel

Der Farbbeutel

Man kann es kaum glauben, aber leider wird man immer wieder anhand der Realität über den jämmerlichen Zustand der Partei `Die Linke` in Kenntnis gesetzt.

Was geschah?

Der Bremer Verfassungsschutz hat Arbeit. Nehmen wir z.B. nur mal die Proteste gegen Kontakt-, Versammlungs- und Demonstrationsverbote in den zurückliegenden Pandemiejahren: Jenseits der alljährlich im Verfassungsschutzbericht gelisteten Organisationen, die als Verfassungsfeinde ohnehin auf der Abschussliste der Schlapphüte stehen, gibt es da noch diese diffuse Gruppe von Menschen, die Zweifel am Regierungshandeln artikulieren oder gar Behörden und Institutionen in Frage stellen. Keine „klassischen Verfassungsfeinde“ oder „Extremisten“, sondern jene, die „sich auf ein scheinbares Widerstandsrecht gegen ein vermeintlich autoritäres und abseits demokratisches Prinzip handelnde Staatsmacht“ berufen.

Über die Zahl der Unzufriedenen geben die Meinungsforschungsinstitute Auskunft: Laut einer CIVEY-Umfrage vom November 2025 gaben 53 Prozent der Befragten an, in die Arbeit der Koalition gar kein Vertrauen zu haben. Die Körber-Stiftung ermittelte im August 2025, dass 54 Prozent nur ein geringes bis gar kein Vertrauen in die deutsche Demokratie hätten, 71 Prozent meinten, dass die Führungseliten und deren Hofschranzen in Politik und Medien ohnehin nur isoliert „in ihrer eigenen Welt“ leben. Regierungskritiker, zumal solche, die den von Russland „gestreuten Verschwörungsmythen“ zur NATO anhängen oder ihre Empathie mit den Opfern israelischer Bombardements allzu offen zeigen, finden sich in der extra vom Verfassungsschutz für sie geschaffenen Schublade mit der Aufschrift „Delegitimation des Staates“ wieder.

Mit politischen Verfolgungen sowie beruflicher und existenzieller Vernichtung, die angeblich dem Schutz des Rechtsstaats dienen sollen, kennt sich der Verfassungsschutz, schon vergangenheitsbedingt, sehr gut aus. Heute, wie eh und je,  zielt das Wirken der Schnüffler in Wirklichkeit auf die Erhaltung und Festigung der kapitalistischen Macht und Klassenherrschaft ab. Dabei bediente sich der Dienst schon von Anfang an, der frühen Formen der Datenverarbeitung, Verhöre und „Geständnisse“. Diese wurden nicht nur penibel archiviert, „sondern sie mussten auch sorgfältig aufbewahrt werden, da die verschiedenen Dienste der Staatsmacht (BND, MAD und BfV) einander beständig die Abschriften ihrer Ermittlungen zustellten.

Das bei solcher Gemengelage der Bespitzelung mal Farbbeutel gegen die Schnüffler fliegen, sollte man als Linker doch nachvollziehen können und mit stiller Freude genießen. Nicht so unsere Bremer `Partei Die Linke`, die die Aktion der fliegenden Farbbeutel als „eine inakzeptable Grenzüberschreitung (findet, die) wir verurteilen und ablehnen. Insofern gebe es keinen Anlass zu Zweifeln an unserer Einordnung dieser Geschehnisse.“ Damit antwortete N. Janßen auf die Frage der FDP, die fragte, „Auf welcher Seite stehen Sie eigentlich?“.

Auch alle anderen Hofschranzen überboten sich in pathetisches Geheul über einen „Angriff auf den Rechtsstaat“ (Eva Högl, SPD) oder „Der Anschlag … offenbare die erschreckende Dimension des Linksextremismus“ (Michael Labetzke, Grüne). Wiebke Winter von der CDU sah gar ein Weltuntergangsszenario mit „Farbanschlägen, illegalen Hausbesetzungen und Vermummten, die sich in Kirchen verschanzen, kommen, dass ihr das feine spitze Hütchen vom Kopfe weht.

Wenn das alles nicht so furchtbar ernst sein würde, weil die Hofschranzen das alles ernst meinen, könnte man sich vor Lachen in die Ecke schmeißen.

Aussicht: Was müssen diese Herrschaften:Innen sich in die Hosen scheißen, wenn wirklich mal „organisierte Arbeitermacht“ zu Tage tritt? Dann ist ein Farbbeutel die eher harmloseste Aktion – arbeiten wir daran!