An die 3.000 Menschen im Land Bremen demonstrierten am 1.Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse
In Bremen demonstrierten über 2.500 und in Bremerhaven über 400 Gewerkschafter:innen zur 1.Mai-Kundgebung des DGB.
In Bremen sprachen von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Martin Burkert, von der Bremer IG Metall, Ute Buggeln und der Bremer DGB-Vorsitzende Christian Wechselbaum. Im Mittelpunkt der Reden stand wider jeglicher ökonomischer Logik im Kapitalismus die Forderung nach sicheren und guten Jobs. Nicht die Sicherung der Jobs steht im Interesse des Unternehmers, sondern die Sicherung seiner Profite steht im Mittelpunkt seines Handelns und sein Hauptinteresse besteht darin, den durchschnittlichen Lohnstandard nicht zu heben oder zu sichern, sondern zu senken. Das dürfte auch den verantwortlichen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern bekannt sein! So gesehen, und das muss deutlich und kritisch gesagt werden, führen sie die Kolleginnen und Kollegen mit der Losung „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ aufs Glatteis, denn aus Sicht des Kapitals ist dieses Kapitel längst abgeschlossen.
Folgende Beispiele verdeutlichen das mehr als alle schöngefärbten Worte! Das Kapital verdonnert einerseits Zehntausende von Arbeitern durch Entlassungen zur Zukunftslosigkeit, andererseits verlängert es die Arbeitszeiten derjenigen, die noch nicht entlassen wurden, und raubt ihnen Stück für Stück ihre erkämpften Löhne.
Bremen: Inzwischen suchen über 60 Prozent der Arbeitslosen Jobs, über 550 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren in Bremen-Stadt 34.206 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.129 mehr als 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg damit um 0,6 Prozentpunkte auf elf Prozent. In Bremerhaven betrug die Arbeitslosenquote 2025 wie schon im Vorjahr 14,5 Prozent: Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 9.087 Menschen arbeitslos gemeldet.
Bundesweit
SAP vernichtet weltweit rund 10.000 und deutschlandweit 3500 Arbeitsplätze
VW: Bis 2030 sollen rund 35.000 Stellen auf sozialverträgliche Weise abgebaut werden
Autozulieferer ZF: Bis 2028 sollen rund 14.000 Beschäftigte entlassen werden
Autozulieferer Continental: Bis 2028 sollen insgesamt 7150 Stellen vernichtet werden
Thyssenkrupp Steel: In den kommenden sechs Jahren will das Unternehmen seine Mitarbeiteranzahl von rund 27.000 auf 16.000 herunter reduzieren – minus 11.000 Arbeitsplätze
Ford: 2900 von knapp 16.500 Stellen in Deutschland sollen vernichtet werden
Schaeffler: Bis 2027 sollen weltweit rund 4700, deutschlandweit rund 2800 Mitarbeiter entlassen werden
Vodafone: Bis 2026 sollen rund 400 Millionen Euro eingespart und 2000 Stellen gestrichen werden
Evonik: 2000 Stellen werden in Deutschland streichen und 400 Millionen sollen eingespart werden
Miele: bis 2028 sollen ungefähr 1300 Stellen in Deutschland gestrichen werden
Bosch: Bereits im Jahr 2024 seien bei Bosch international 11.500 Stellen weggefallen, in Deutschland habe die Reduktion bei 4400 Jobs gelegen
Tesla plant einen weltweiten Stellenabbau von zehn Prozent. So soll etwa auch das Werk in Grünheide bei Berlin neben den bereits 300 von 2000 bekanntgegeben Leiharbeiterstellen, zusätzliche 400 der 12.500 festen Stellen abbauen.
Coca-Cola Deutschland: 712 Arbeitsplätze werden vernichtet
Bayer: vergangenes Jahr bereits 6500 Stellen weltweit vernichtet, zwei Milliarden Euro sollen eingespart werden
BASF: hat in den vergangenen Jahren bereits rund 3200 Stellenstreichungen durchgeführt. Am Standort Ludwigshafen sollen die Kosten um eine Milliarde herunter. Die Rede sei auch von Stellenabbau, die Menge werde jedoch noch nicht bekanntgegeben. Das Lokalportal „Ludwigshafen 24“ schreibt, ein „signifikanter Stellenabbau“ sei vorgesehen.
Fazit: Die Politik der führenden Funktionäre des DGB und der Mitgliedsgewerkschaften hinterlassen den Eindruck, dass sie ihren Frieden mit dem Ausbeutungssystem geschlossen haben, denn sie vertreten eine Haltung, die der Arbeiterklasse vorschlägt, sich mit Krümeln zufrieden zu geben – der Aufruf zum 1. Mai drückte genau dies aus! Es ist ein Aufruf, der die Profite des Kapitals und die Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit im Blick hat und den deutschen Imperialismus unterstützt. Um den Angriffen des Kapitals und seiner Regierung Einhalt zu gebieten bleibt nur Weg uns in Betrieb und Gewerkschaft, also an der Basis der Arbeiterklasse, zu organisieren, Aktionsbündnisse wie die Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften zu unterstützen und in den Fabriken, auf den Baustellen, in den Krankenhäusern, überall dort, wo wir uns befinden, aktiv zu werden. Die 1.-Mai-Demonstrationen bieten auch weiterhin eine gute Gelegenheit, diese Schritte zu tun.
Nicht nur CDU und SPD, sondern auch die eher sozialdemokratischen Gewerkschaftsführungen müssen spüren, dass der 1. Mai der Tag ist, an dem wir Stopp sagen zum Generalangriff auf unsere sozialen Rechte und tariflichen Errungenschaften!
Löhne rauf – Rüstung runter! Nie wieder Wehrpflicht! Nie wieder Krieg!
Katrin Alapas
