Dat System is dat Problem, dor kannst du maken, wat du wullt 2.0
Kathrin Alapas, Bremen
| Innerhalb von sechs Jahren hat die Warenhauskette Galeria Kaufhof zum x-ten Mal Insolvenz angemeldet. Die noch verbliebenen 10.000 Mitarbeiter:innen, davon 130 in Bremen, bekommen Insolvenzgeld, was mehr oder weniger dem letzten Nettogehalt entspricht. Galeria betreibt derzeit 83 Filialen; 33 davon werden auf ihre Rentabilität geprüft und könnten geschlossen werden. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren waren es bei der KarstadtQuelle AG noch über 40.000 Beschäftigte. Die Nach-Eigentümer von Rene Benko, dem „Selfmade-Milliardär“ sind Baker & Beetz. Richard Baker steht dabei für die US-amerikanische Investment-Gesellschaft NRDC, die sich auf die Verwertung von Immobilien spezialisiert hat. Kopilot im Cockpit des seit Jahren in heftigen Turbulenzen steckenden Kaufhauskonzerns ist in der Schweiz lebender Freund Bernd Beetz, im Nebenberuf Präsident des Fußballdrittligisten SV Waldhof. Baker & Beetz stehen für geschlossene Galeria-Filialen, verkaufte Grundstücke, wegrationalisierte Arbeitsplätze, durch Erpressung erzwungener Lohnverzicht und Tarifflucht. | Das Beispiel Galeria Kaufhof zeigt brutal und gleichzeitig klassisch, wie im Arbeitsleben unter kapitalistischen Bedingungen mit den Arbeitern und Angestellten um des Profit Willens umgegangen wird: Die Unternehmer sind im Interesse eines möglichst hohen Profits daran interessiert, die Ware Arbeitskraft, das einzige, über das die Werktätigen verfügen, möglichst billig einzukaufen. Ihr Interesse besteht also an niedrigem Lohn, langer Arbeitszeit sowie hoher Arbeitsdichte mit so wenig Beschäftigten wie möglich. Also genau das, was wir zurzeit in Deutschland in allen Lebensbereichen erleben. Was bedeutet: Die Fortsetzung der Galeria-Misere ist erstmal programmiert, solange sich nicht alle Kolleginnen und Kollegen konsequent wehren. Ein erster Schritt ist Mitglied der Gewerkschaft ver.di zu werden (https://mitgliedwerden.verdi.de/), denn ver.di`s Aufgabe ist es, gemeinsam die Organisierung des solidarischen und kämpferischen Handelns, um die bestmöglichen Bedingungen für den Verkauf eurer Arbeitskraft zu sichern. Damit ordentlich was auf dem Girokonto ist. |
