Reichspogromnacht: 9./10.11.1938

Reichspogromnacht: 9./10.11.1938

Vor mehr als 80 Jahren, am 9. auf den 10. November 1938, brannten die Synagogen. Sie brannten im gesamten faschistischen Deutschen Reich, so auch in Bremen: Geschäfte in der Innenstadt wurden verwüstet, fünf Menschen jüdischen Glaubens aus Bremen und Umgebung wurden ermordet, die Synagoge im Schnoor wurde in Brand gesetzt und auch eine jüdische Gebetsstube in Sebaldsbrück ging damals in Flammen auf.

Die Synagogen, sie brannten in Österreich und in der Tschechoslowakei. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Nazi-Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in Europa.

 

Bremen 09.11.2020

Die jährliche Gedenkstunde in Bremen fand wegen der Corona-Lage im kleinen Kreis statt, auf der Internetseite der Bürgerschaft wurde die Veranstaltung übertragen. Ebenso im Livestream übertragen wird die Nacht der Jugend am 11. November ab 18 Uhr. Normalerweise kommen Hunderte Jugendliche im Bremer Rathaus zusammen, um an die Opfer der Reichspogromnacht zu gedenken. (RB)

Bild: Gedenkgestecke der Bremer VVN/BdA, DKP Bezirk Bremen, SPD Bremen und Die Linke Bremen